Mal wieder sitze ich hier, sehe zu, wie meine Finger unaufhörlich und wild durcheinander gewürfelte Buchstaben in die Tastatur hämmern und bekomme das alles nur so am Rande mit. Am Rande. Ein gutes Schlagwort. So wie ich mittlerweile am Rande meiner Nerven stehe. Am Rande meiner Gefühle, am Rande des Wahnsinns.. aber auch am Rande deines Lebens. Ich stehe am Abgrund und nur der geringste Windstoß wurde jetzt ausreichen, um mich endgültig und ein für alle Mal vom Felsrand hinab zu stoßen. Ich frage mich, wo ist sie hin, diese Liebe, die alles auffrisst. Die einen auffrisst, bis in die tiefste Ader des Körpers, einen kalten Schauer auslöst.. unglaubliche Wut und Trauer oder auch pure Lebensfreude und Euphorie verspüren lässt. Die alle möglichen Gefühle auslösen kann, nur keine Angst. Angst gehört für mich nicht in die Liebe. Denn Angst wird meist dann ausgelöst, wenn man sich bedroht fühlt, .. oder auch Angst davor hat, etwas zu verlieren. Doch genau dieses beklemmende Gefühl holt mich zur Zeit immer öfter ein und krallt sich ganz tief in mein verwundbares Herz. Ich habe Angst, dich zu verlieren. Verlustangst. Vielleicht, weil mir diese Momente fehlen.. diese Momente in denen du mich einfach nur ansiehst und ich deine Hand auf meiner Seele regelrecht spüre. Diese Momente, wenn wir Streit haben und du mitten in der Nacht vor meine Haustür fährst, mich abholst, mich entführst an unsere Lieblingsstelle. Da, wo man so gut die Sonne beobachten kann, und die Sterne. Die Blumen und den Sommer. Ja, vielleicht fehlen mir diese Momente, in denen ich spüre: Dir geht es genauso. Du hast Angst um mich, machst dir Sorgen.. willst mich beschützen. Diese Momente, in denen du spürst, dass ich mal wieder meine Tränen nicht zurückhalten kann und mich deshalb anrufst. Oder mir schreibst. Weil du es einfach nicht zulassen kannst, dass ich traurig bin.. weil du mich beschützen willst. Diese Momente, in denen wir uns nach einem Streit anlächeln und spüren: Alles wird gut. Diese Momente, in denen man vor Liebe lachen oder weinen muss. Mit dir am Strand entlang zu spazieren, oder diese Momente, in denen du mein Gesicht in deinen großen warmen Händen hältst. Mich währenddessen ansiehst, in mein Gesicht. und mir zuflüsterst, dass du mich schön findest. Vielleicht auch diese Momente, in denen du gewissen männlichen Personen zeigst, wer der Boss ist.. weil das ab und zu auch mal ganz süß ist. Ja, mir fehlen diese außergewöhnlich schönen Augenblicke. Ich fühle im Moment nichts. Aber auch gar nichts. Selbst der Stuhl, auf dem ich momentan sitze und der Schreibtisch vor mir fühlen in diesem Moment womöglich mehr als ich es tue. Und weißt du warum? Weil ich langsam die Hoffnung aufgebe. Die Hoffnung darauf, dass wir nicht wie alle anderen werden. Solche, die sich irgendwann trennen oder betrügen.. aus Verzweiflung.. weil sie dem Druck des Lebens nicht mehr standhalten können. Und vor allem nicht dem Druck der Liebe. Dem Druck der Fernbeziehung. Ich fühle mich leer, weil ich weiß, dass du das hier nicht lesen wirst.. und auch nicht auf mich zukommen wirst. Es ist einfach so vieles anders. So viel neues Stück Leben. So viel Neues. Tiefe Wut füllt mich aus und bestimmt mein Verhalten, mein Denken, mein Ich. Denn ich weiß langsam nicht mehr, was ich noch machen soll, um an deine gottverdammte Aufmerksamkeit zu gelangen. Liebe wär toll. Vielleicht auch n bisschen Wärme. Halt. Rückenwind. Wo sind wir hier nur gelandet? Und vor allem: Wieso kann das Leben so verdammt beschissen sein? Sommer brauche ich. Meer brauche ich. L.i.e.b.e.

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