Dienstag, 14. August 2012

180.

Ich sollte langsam damit anfangen es hinzunehmen wie es jetzt ist - ohne weiter meine Zeit damit zu verschwenden mich zu fragen "Warum". Es ist klar, völlig logisch. Man lebt sich nun einmal irgendwann auseinander. Das kommt in vielen Beziehungen zwischen Menschen nun einmal vor.. und eben auch in Freundschaften. Doch auch wenn mir das alles völlig klar ist, kann ich mich nicht daran gewöhnen. Es tut ein bisschen weh. Ich kann dir vieles erzählen - von dir und mir, von uns, dort, wie wir rennen, langsam und schnell, irgendetwas dazwischen.Geschichten von zerkratzten Rücken, spitzen Gräsern, Musik und Wolken, deine Hand an meiner Schulter und… und die Maisfelder waren nie weit genug. Dein Atem, eingebettet im Herz,und dein Mund an meinem Ohr, und Geschichten auf deinem Arm. Irgendwann bist du an dem Punkt angelangt, dass du Menschen kennen lernen wirst, aber dass du es müde bist ihnen deine Lebensgeschichte zu erzählen.In jedem Leben gibt es Stationen, quasi Lebensabschnitte, die man wieder verlässt und dabei oft auch die Umgebung wechselt. Man lernt neue Menschen kennen, findet neue Freunde, um dann wieder an einem anderen Ort von vorne anzufangen. Irgendwann hat man vielleicht auch die Station erreicht, an der man für eine längere Zeit verweilt oder vielleicht sogar für den Rest seines Lebens. Freunde kann man in all diesen Abschnitten sammeln; man findet sicherlich auch immer wieder neue Freunde-nur alte Freunde, die kann man nicht finden.Ein alter Freund ist jemand der dich kennt und der dich versteht, weil er weiß wer du bist. Nicht weil du es ihm erzählt hast, sondern weil er deine Entwicklung miterlebt hat und weil er weiß, was dich prägt und ausmacht. Du musst ihm nicht erklären, wie du dich fühlst- manchmal erklärt er es dir. Du musst ihm auch nicht sagen, wann du ihn brauchst und wenn es dir schlecht geht- er hat ein Gefühl dafür.Von ungefähr kommt so etwas natürlich nicht, es entsteht.Es liegt an jedem selbst, so einer Entwicklung Platz zu geben und sie zu fördern oder eben nicht. Die Uhr tickt. Ein alter Freund kann nur dann ein eben solcher sein, wenn du ihn lange kennst. Manchmal ist man zu fixiert darauf sich selbst zu verwirklichen- ein so oft falsch interpretiertes Lebensziel. Man konzentriert sich darauf nicht in dem Schatten der anderen zu stehen, um im Endeffekt, gefrustet in seinem eigenen, zu bemerken, dass etwas fehlt.Es ist Zeit Akzente zu setzen, sich nicht mitreißen zu lassen von dem Karrierekonsum, der nur die nützlichen Kontakte impliziert, sondern sich Zeit zu nehmen für die Kontakte, die sich Freunde nennen- und im besten Fall zu alten Freunden werden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen