Mittwoch, 15. August 2012

182.

Aber ich will doch leben. Lieben. Lachen. Mit Dir. Und wenn nicht mit Dir, dann mit jemandem anders. Denn das habe ich doch verdient. Ich weiß, dass ich das verdiene, darin brauchst Du mich nicht zu bestätigen. Ich will glücklich sein und mir nicht auf die Lippe beißen, während salzige Tränen meine Wangen hinunterrollen und in der Bisswunde brennen, weil ich mich spät abends, wenn ich Musik höre und wahllos auf facebook rumsurfe, einsam fühle. Weil Du nicht da bist. Weil Du auch nicht im Skype bist. Weil Du nirgendwo bist und am wenigsten bei mir. Ich spüre Dich weder in meinem sehnsüchtigen Herzen noch in meinen erinnerungsleeren Gedanken, die nur um das eine Thema kreisen: Wie schön es ist mit Dir oder komplett ohne Dich. Man gewöhnt sich an Schmerz. An schmerzlichen Verlust. Irgendwann wächst das Loch in meinem Herzen zusammen und ich muss das Gefühl nicht mehr aushalten, dass mein Herz verursacht, wenn es sich sehnend über die 100 km streckt um kurz das Deine zu berühren. Es ist nämlich nicht aus Gummi, weißt Du. Jedes Mal, wenn es sich streckt, trägt es Risse davon. Der Strang ist schon so dünn und erinnert mich immer an das Schicksalsband, über dem die die einäugigen Weisen aus Disney's Herkulesverfilmung unheilvoll mit einer Schere warten. Und manchmal schaue ich gebannt zu und warte darauf, dass sich die Schere mit einem metallischen RATSCH schließt und ich erleichtert aufatmen kann. Aber nein, ich finde mich wieder, vor dem Computer sitzend und herzerreißende Lieder hörend. Hauptsache es tut weh. Denn was anderes kann ich nicht spüren, außer, dass ich dich vermisse und Dich manchmal dafür hasse. Und dann will ich die Schüssel auch nicht auf den Boden sondern nach Dir schmeißen und und auf Dich einhauen mit geballten Fäußten, wohl wissend, dass es Deinem großen, starken Körper nichts ausmacht. Und ich stelle mir vor wie Du mich in den Arm nimmst und ich meine Tränen in dein T-Shirt heule. Und ich spüre wie Dein Herz weint, wenn Du mich so siehst und Du mir am liebsten den Wunsch erfüllen und mich befreien würdest. Aber Du kannst nicht. Und ich auch nicht.


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