Donnerstag, 18. Oktober 2012

292.

Klar, du schreibst mir nicht. Das hattest du auch zu lange gemacht. Und trotzdem wünsche ich mir jemanden zum Schreiben, vielleicht sogar dich. Manchmal erinnere ich mich daran, wie anders wir beide zueinander waren, als wir noch wirklich wertvoll füreinander waren weil wir noch nicht wussten, was aus dieser wundervollen Sache zwischen uns wird. Und dann werde ich traurig. Traurig weil schöne Dinge so schnell vorrüber gehen können. Klar, man kann versuchen, seine komplette Kraft darauf zu verwenden an etwas anderes zu denken, sich abzulenken. Doch was wollen wir uns vormachen. Spätestens abends im Bett, kurz bevor wir einschlafen kommt der Gedanke zurück. Er kommt uns holen. Warum haben wir solche Angst davor? Von undenkbar zu denkbar liegen oft nur wenige Schritte. Ein Schritt zu weit, und ich bin nicht mehr ich - mein Leben nicht mehr meins. Alles was war ändert sich - mit nur einem Wimpernschlag. Nur eine kurze Sekunde lang...und doch so bedeutend! Die Träne, die über mein Gesicht läuft vermag den Schmerz eines ganzen Jahrzehnts wegzuwischen. Eine sehnsuchtsnasse Spur - vom Kopf hinab zum Herzen. Was trocknend bleibt ist die Erinnerung.Und doch lässt du mich nicht los. Ich bin fasziniert, lass mich von dir schubsen und komm doch immer wieder zurück. Du rammst deine Krallen in meinen Rücken und spielst mit mir Marionette. Leise trällerst du in meinem Kopf „Kuck wie schön die Puppe tanzt zu meiner kleinen Pfeife“ und ich tanze. Lieben heißt für mich im Augenblick nicht ich selbst sein können. Lieben heißt für mich im Moment leider zurückstecken und auf jeden Fall: Warten. Schluss damit! Ich will, dass du mich willst und zwar nicht nur vielleicht. Entscheidung getroffen. Vielleicht. Ich weiß, dass diese Forderung vielleicht oder auf jeden Fall heißt „du kriegst mich gar nicht“, aber ich brauche eine Entscheidung, um endlich frei zu sein. Mein Herz Monate lang zu reservieren für jemanden, der mich vielleicht liebt, ist nicht mal vielleicht das, was ich will. Ich stelle mir vor, dass mich jemand so nimmt wie ich bin und das ganz und auf jeden Fall. Jemand, das solltest im Idealfall DU sein. Wenn das nicht klappt, dann wird jemand anders „Jemand“ sein. Irgendwann. Nicht nur vielleicht, sondern auf jeden Fall.

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